Projekte

Wir sind an vielen Orten unterwegs. 
Ein Klick führt zu weiteren Informationen über unsere Projekte. 

Der fliegende Teppich

landet an verschiedenen Orten der Nachbarschaft und lädt zum Miterzählen ein

Von und mit großen und kleinen Helden erzählen

bringt das Geschichtenerzählen als Kunstform in Grundschulen in ganz Sachsen

Erzählen von Anfang an

wird im Projekt KuBiK für Kitas der Stadt Dresden ermöglicht

Die verschwundene und wiedererfundene Bibliothek

weckt die Freude am Erzählen und Erfinden von Geschichten in der Grundschule

Die offene Erzählbühne Leipzig

fördert die kulturelle Begegnung und Vielfalt in der Stadt Leipzig

Die Erzählkarawane

entdeckt beim Wandern zwischen Stadt und Natur Reales und Phantastisches

Erzählen – Ein Schatz für die Zukunft

ermöglicht die Begegnung mit der Sprache und Kultur unserer Nachbar:innen

 

Der fliegende Teppich

Erzählprojekt für Menschen jeden Alters und aller Kulturen in öffentlichen Einrichtungen der Stadt Dresden und seinem Umland

„Der fliegende Teppich“ ist eine offene Erzählbühne, die an verschiedenen Orten in Dresden und in der Umgebung stattfindet. Der Teppich fliegt ins Haus, in den Hof, in einen Verein, in eine Kita, in eine Schule oder in den Gemeinschaftsgarten und bringt Nachbar:innen und Stadtbewohner:innen auf unterhaltsame Art und Weise zusammen. 

 

Was passiert genau?

Mit wenigen Handgriffen wird eine Erzählbühne errichtet. Mitgebrachte, zum Ort oder zum Anlass passende Geschichten und die Ermunterung der Anwesenden zum Mittun und Miterzählen sorgen für Spaß und gemeinsame Unterhaltung. Traditionelle Geschichten, Selbst-Erlebtes, Lieder, ein Gedicht oder Witz, selbst Kuchen – alles kann für die gemeinsame Geschichten-Reise mitgebracht und „auf dem Teppich“ ausgebreitet werden. Und dann fliegt der Teppich los, in ein Land und in eine Zeit „wo das Wünschen noch geholfen hat“.

Was bleibt zurück?

Durch die Geschichten, erfahren wir mehr von einander, springen über Gräben, die uns trennen und ermutigen uns zum gemeinsamen Handeln. Stets ist das Erzählte Anlass zum Zuhören, Staunen und für gemeinsamen Austausch. 

Wie kann es weitergehen?

Im Rahmen der Hilfe zur Selbsthilfe bieten professionelle Erzähler:innen mehrstündige Workshops für Interessierte an, um das Handwerkszeug zum Erzählen kennenzulernen und zu trainieren oder gar um eine ‘offene Erzähl-Bühne’ selbständig im Wohngebiet zu eröffnen. „Der fliegende Teppich“ fliegt von Ort zu Ort – manchmal verweilt er für länger und erhebt sich dann erneut. Er fliegt zu allen, die ihn einladen.

Ihre Ansprechpartnerin ist Brit Magdon unter info@erzaehlraum.de

Kooperationspartner 2017-2021:

Societaetstheater mit dem Projekt „Zu Hause in Prohlis“, Quartiersmanagement Prohlis, Städtische Bibliotheken Dresden, Quartiersmanagement „Am Koitzschgraben“

Teilnehmende Kitas 2017-2021:

Kindertagesstätte Hauptstrasse 26a; Kinderkrippe “Der kleine Hecht”; Kita Kretschmerstrasse; Kita Paul-Gerhardt-Str. 21; Hort der 59. Grundschule; Kita “Sonnenkäfer”, Liebenauerstrasse

Gefördert von der Landeshauptstadt Dresden

Erzählen von Anfang an

Erzählen im Rahmen von KuBiK – Kulturelle Bildung in Kindertagesstätten der Stadt Dresden

KuBiK ist ein Programm zur kulturellen Bildung in Kindertagesstätten und Horten. Es fördert das Entstehen gemeinsamer Projekte und damit Partnerschaften zwischen Kindertageseinrichtungen, Kultureinrichtungen und freien Künstler:innen in der Landeshauptstadt Dresden.

Was passiert genau?

Einmal wöchentlich kommt ein:e Erzähler:in über einen längeren Zeitraum hinweg in eine stabile Gruppe der Tagesstätte. Mitgebracht werden Märchen, Lieder und Reime, deren Themen den Alltagserfahrungen der Kinder entspringen. 

Was ist der Sinn dahinter?

KuBiK vermittelt Kindern von Anfang an einen authentischen Zugang zu verschiedenen Künsten. Durch das künstlerische Erzählen in der Tagesstätte wird ein konzentriertes, alle Sinne ansprechendes Zuhören geschult. Gleichzeitig werden die Kinder über Sprüche, Reime und theaterpädagogische Spiele zum gestalteten Miterzählen eingeladen. Dabei erleben sie den eigenen Körper als „Bühne“ und Spielelement. Bilder im Kamishibai, kleine Requisiten und Figuren unterstützen den Prozess. Durch die im Märchen typischen Wiederholungen lernen die Kinder narrative Grundmuster kennen, die ein Rüstzeug sein können, um auch im späteren Leben von sich zu erzählen und offen zu sein, für das, was andere berichten. 

Wie kann ich Teil von KuBiK werden?

Im Downloadbereich finden sich nähere Informationen, getrennt in die Bereiche Kinderkrippe, Kindergarten und Hort. Bei Interesse freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme. 

Feedback bisheriger Teilnehmer:innen

“Durch das Wolkentor gehen die Kinder in ihren Alltag zurück. Ein Stück von dieser wunderbaren Welt nehmen sie mit.”
(Erzieherin Kinderkrippe)

Ihre Ansprechpartnerin ist Brit Magdon unter info@erzaehlraum.de

Die offene Erzählbühne Leipzig

Soziokulturelles Erzählprojekt für Menschen jeden Alters und aller Kulturen in Leipzig

Die offene Erzählbühne Leipzig ist ein sozio-kulturelles Projekt, das seit 2019 vom Kulturamt Leipzig gefördert wird. An vier Abenden im Jahr steht das Budde-Haus Leipzig dabei verschiedensten Menschen und ihren Geschichten offen.

Was passiert genau?

Im ersten Teil des Abends ist das Publikum eingeladen, selbst zu erzählen: Märchen, Mythen, Erlebtes und Erfundenes. Alles ist möglich. Dabei werden immer wieder besondere Formate angeboten: Erzähltische mit biographischen Fragen, Objekte als Erinnerungsbrücke oder auch die klassische Bühne, auf der das Publikum mitgebrachte Geschichten mündlich und frei erzählen kann. Der zweite Teil des Abends wird im Jahr 2021 von einem Erzähl-Duo gestaltet, das uns mit seiner künstlerischen Gestaltung in fantasievolle Welten entführt. 

Was ist der Sinn dahinter?

Ziel dieses Projekts ist die Förderung der kulturellen Vielfalt der Stadt Leipzig, der Pluralität der kulturellen Ausdrucksformen und deren Wertschätzung. Es richtet sich als generationsübergreifendes und experimentierfreudiges Angebot an alle Leipziger Bürger:innen. 

Wie kann ich Teil des Projektes werden?

Die Termine der offenen Erzählbühne Leipzig werden regelmäßig auf unserer Internetseite veröffentlicht. Wir freuen uns über alle Menschen, die ihre Geschichten mit uns teilen möchten.

Ihre Ansprechpartnerin ist Maria Carmela Marinelli unter info@erzaehlraum.de

Kooperationspartner 2019-2021:

Budde-Haus Leipzig, Stammtisch der Leipziger Erzähler:innen

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig. 

Beteiligte Schulen im Schuljahr 2020/21:

117. GS “Ludwig Reichenbach” Dresden; 122. GS „Am Palitzschhof“ Dresden; Adam-Friedrich-Oeser-GS Leipzig; GS am Auwald Leipzig; Semjonowitsch-Makarenko-GS Chemnitz; Max-Militzer-GS Bautzen; GS Olbersdorf; GS Papstdorf; GS „An der Sternwarte“ Wurzen; GS Zschortau; GS am Weinberg Roßwein; Bebelschule Zwickau

Dieses Projekt wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes

Von und mit großen und kleinen Helden erzählen

Langzeit-Erzählprojekt für Grundschulen in ganz Sachsen

In diesem Projekt bieten wir das freie künstlerische Erzählen von Märchen und Geschichten als Methode in der Grundschule an. Regelmäßig jede Woche kommt ein:e Erzähler:in in den Unterricht. Neben den Grimm’schen und weltweit erzählten Märchen, wählen die Erzähler:innen speziell Geschichten aus den Herkunftsländern der Kinder aus. Das Projekt unterstützt nicht nur den Spracherwerb und den vielfältigen Sprachgebrauch der Schüler:innen, sondern gibt auch die Möglichkeit zur Begegnung mit dem (scheinbar) Fremden. ERZÄHLRAUM e.V. steht dem Vorbildprojekt “Erzählzeit” in Berlin nah und folgt dieser Idee.
Was passiert genau?

Am Anfang des Unterrichts erzählen die Kinder das Märchen der vorangegangenen Woche mit eigenen Worten nach. Da Sprachniveau und Konzentrationsfähigkeit der Kinder in den Klassen oft unterschiedlich ausgeprägt sind, wenden wir verschiedene Methoden an, um alle Kinder der Klasse zum Miterzählen zu motivieren und zu aktivieren. Dabei kommen neben dem „solistischen Erzählen“ einzelner Kinder folgende Methoden zum Einsatz: 

Erzählen im Kreis mit Erzählstein 
bildgestütztes Erzählen zu selbstgemalten oder mitgebrachten Bildern im Kamishibai 
Rollenspiele 
Bewegungsspiele, die das Sprachverständnis vertiefen  
Puzzle- und Ratespiele  

Was ist der Sinn dahinter?

Das Projekt unterstützt nicht nur den Spracherwerb und den vielfältigen Sprachgebrauch der Schüler:innen, sondern gibt auch die Möglichkeit zur Begegnung mit dem (scheinbar) Fremden. Märchen erzählen von Heimat und Zugehörigkeit und haben universelle, welt- und zeitumspannende Wurzeln. In unserer Zeit, in der sich die Zusammensetzung von Schulklassen und Wohngebieten zunehmend internationalisiert und kulturelle und religiöse Unterschiede Spannungen innerhalb sozialer Gruppierungen hervorrufen können, ist es von größter Bedeutung, Gemeinsamkeiten als Brücken zwischen den sich unterscheidenden Kulturen zu finden und sie bewusst in den Alltag zu integrieren. 

Wie kann ich Teil des Projektes werden?

Im Downloadbereich stehen interessierten Schulen und Lehrer:innen nähere Informationen zum Projekt zur Verfügung. Bei Interesse oder weiteren Fragen zum genauen Ablauf freuen wir uns über eine Anfrage. 

Feedback bisheriger Teilnehmer:innen

„Es kann doch so einfach sein. Da werden so große multimediale Sachen in die Schule eingeführt. Hier werden einfach nur Märchen erzählt. Alle Kinder hören aufmerksam zu und reden danach mit neuem Wortschatz. Großartig!“
(Lehrerin 2. Klasse)

„Wir haben sehr aufgeweckte und wilde Schüler; Schüler, die noch nicht gut Deutsch sprechen können und solche mit Traumata. Es ist unglaublich, wie die Schüler auf die Geschichten reagieren, wie fasziniert sie darin eintauchen und sich die feinsten Details merken.“
(Lehrerin 2. Klasse)

Ihre Ansprechpartnerin ist Jule Richter unter info@erzaehlraum.de

Die verschwundene und wiedererfundene Bibliothek

Eine gemeinsame Geschichten-Erfinde-Werkstatt für Bibliotheken und Grundschulen 

Die Projektwoche, die in einer Bibliothek stattfindet, ist in eine fiktive Rahmengeschichte eingebettet: eine Prinzessin besitzt unzählige Bücher und veranstaltet wöchentlich in ihrer Bibliothek einen Lesekreis. Durch den Fluch einer neidischen Hexe werden eines Tages die Seiten ihrer Bücher leergezaubert. Die verzweifelte Bücherprinzessin fordert alle Freund:innen auf, die leeren Buchseiten mit neuen, selbsterfundenen Geschichten und Bildern zu füllen. 

Was passiert genau?

Im Mittelpunkt der Projektwoche stehen mündlich tradierte Volksmärchen aus aller Welt, die von den Erzähler:innen frei erzählt werden. Die am Workshop teilnehmenden Schüler:innen hören täglich eine neue Geschichte und erfinden durch angeleitete Spiele und Aufgaben aus dem Bereich der Theater- und Erzählpädagogik eine oder mehrere eigene. Das entstandene künstlerische Material der Kinder wird in einem Buchformat festgehalten und verbleibt am Ende der Projektwoche in der Bibliothek. Zum Abschluss wird den Kindern im Namen der Bücherprinzessin der Titel „Geschichtenbeschützer:in“ in Form einer Urkunde verliehen.

Was ist der Sinn dahinter?

Ziele des Projektes: 
Den Bibliotheken wird ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot an die Hand gegeben, das durch seinen niedrigschwelligen und emotional beteiligenden Zugang bei Kindern mit verschiedenen Bildungsvoraussetzungen das Interesse an Literatur weckt. 
Mit der Durchführung in der Bibliothek wird eine engere Bindung zwischen Bibliothek und Schule erzeugt. Die Bibliothek kann als partizipativer Lernort erlebbar werden. 
In der Grundschule wird durch das Projekt neben der Literalität auch die Oralität der Kinder gefördert. 

Wie kann das Projekt in unsere Einrichtung kommen?

Wir sind immer auf der Suche nach neuen Kooperationen und freuen uns über Anfragen von Bibliotheken, Grundschulen und anderen Interessierten. 

Feedback bisheriger Teilnehmer:innen

„Die Schüler konnte sich von ihren anfänglichen Vorstellungen, die sie im Alltag durch Fernseh- und Spielprogramme erleben, entfernen und wieder in eine kindliche/kindgerechte Phantasie einsteigen (…) Sehr empfehlenswert, besonders für LRS-Klassen geeignet (…) Ich würde den Workshop selbst gern jedes Mal mit meiner 3 II wahrnehmen.“
(Frau Zeidler, LRS-Klasse 3 II, Grundschule am Rosenweg, Delitzsch)

“Die Kinder waren am ersten Tag überreizt und unkonzentriert. Doch durch die pädagogisch perfekte Vermittlung der Thematik und der Geschichte von Carmela haben die Kinder den Schritt ins „Unbekannte“ gewagt und sich auf alles eingelassen, was dann kam. (…) Von der Aussage „Bücher sind nicht so mein Ding.“ zu „Wow, ist die Geschichte abgefahren!“ sind die Kinder jeden Tag ein Stück gewachsen und selbstsicherer geworden. Mit jedem Buch, das sie erschafft haben, fühlten sie sich größer.“
(Frau Schattauer, Leiterin der Bibliothek in Neukieritzsch)

Ihre Ansprechpartner:innen sind Maria Carmela Marinelli und Jule Richter unter info@erzaehlraum

Beteiligte Bibliotheken 2019:

Bibliothek „Alte Lateinschule Delitzsch“; Stadt- und Schulbibliothek Dommitzsch; Bibliothek Neukieritzsch

Kooperationspartner 2019/2020:

Landeshauptstadt Dresden/Amt für Kultur und Denkmalschutz;  Neuer Sächsischer Kunstverein e.V.; Paradiesisch Musizieren (Evangelische Hochschule Dresden); Botanischer Garten (TU Dresden); Städtische Galerie im Landhaus

Gefördert von der Landeshauptstadt Dresden

Die Erzählkarawane

Verborgene Geschichten an den Ufern einer Stadt

Wir Erzähler:innen von ERZÄHLRAUM arbeiten in der Regel in ganz Sachsen einzeln oder zu zweit, oftmals weit voneinander entfernt. Einmal im Jahr agieren wir zusammen mit allen anderen Mitgliedern des Vereins. Gemeinsam wird für Interessierte aus Nah und Fern ein Ausflug durch Stadt und Natur organisiert, um in diesem Zwischenraum verborgene Geschichten zu finden und zu erzählen. 

Was passiert genau?

An vorher bekanntgegebenen Rastplätzen werden sowohl unbekannte Geschichten der besuchten Orte erzählt als auch gedankliche Brücken zwischen Mensch, Natur, Stadt, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geschlagen. 

Was geschah bisher?

Angeregt wurde dieses Vorhaben durch die Aktion „Orte des Miteinanders“ im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung Dresdens. Der Neue Sächsische Kunstverein fand die Idee zum damaligen Zeitpunkt für seine Arbeit so passend, dass er sich der Erzählkarawane anschloss und Arbeiten von Bildenden Künstler:innen mit an die Wegstationen brachte. Ein weiterer Partner wurde „Paradiesisch Musizieren“, ein internationales Projekt der Evangelischen Fachhochschule Dresden. 2019 führte die Karawane an den Ufern der Elbe entlang. 2020 folgte ein Erzähl-Kunst-Parcours für kleine Gruppen. Der Botanischen Garten öffnete als neuer Kooperationspartner seine Pforten. Der Weg führte weiter über die Pirnaische Vorstadt in die Ausstellung „Bilder ohne Rahmen“ im Stadtmuseum Dresden. 

Wie kann ich mitwandern?

Die ERZÄHLKARAWANE lädt auch in den kommenden Jahren Dresdner Bürger:innen und ihre Gäste zum Mitwandern ein, um die Stadt und die Geschichten ihrer Einwohner:innen aus ungewohnter Perspektive zu entdecken. Wir freuen uns über jede Kontaktaufnahme! 

Ihre Ansprechpartnerin ist Brit Magdon unter info@erzaehlraum.de

Teilnehmende Kitas 2017-2021:

DPFA Regenbogen-Grundschule Hort/Kindergarten Görlitz;
Schkola Kinderhaus “Zwergenhäus’l“ Oybin;
AWO Integrative Kita “Spatzennest” Zittau;
Sorbische Kindertageseinrichtung „Dźěćacy raj“ Ostro;
Kindergarten “Am Hasenberg” Kamenz;
Katholisches Kinderhaus St. Jakobus Görlitz;
Deutsch-Polnisches Kinderhaus „Zwergenhaus“ Görlitz;
Sorbische Kindertageseinrichtung „Jan-Radyserb Wjela” Bautzen

Dieses Projekt wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. 

Erzählen – Ein Schatz für die Zukunft

Ein Erzählprojekt zur Sprachförderung und kulturellen Begegnung in der mehrsprachigen Oberlausitz

Um die Mehrsprachigkeit des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien aufzugreifen und die Begegnung mit den umgebenden Nachbarsprachen zu fördern, besuchen seit 2016 verschiedene Erzähltandems ausgewählte Kindertagesstätten der Region. In einem mehrwöchigen Projekt werden zweisprachig Geschichten erzählt. Durch die so entstehenden Erzählinseln wird bei den Kindern die Lust an der Vielfalt der Sprachen geweckt.

Was passiert genau?

Im Projekt werden erfahrene Erzähltandems gebildet, die jeweils aus zwei Muttersprachler:innen (deutsch-polnisch, deutsch-sorbisch, deutsch-tschechisch) bestehen. Diese Tandems besuchen über einen Zeitraum von 6-8 Wochen Kindertagesstätten (Kindergärten und Horte) und erzählen und erarbeiten gemeinsam mit den Kindern vor Ort abenteuerliche und phantasievolle Geschichten. Dabei wird zweisprachig erzählt. Unterstützt durch Gesten, Bewegungen und immer wiederkehrende Worte, können die Kinder der Geschichte folgen und lernen gleichzeitig eine andere Sprache kennen.

Was ist der Sinn dahinter?

Das Projekt verfolgt das Ziel, das Defizit der mündlichen Weitergabe von Erlebnissen, Geschichten, Märchen, Mythen, Erfahrungen und Informationen aufzugreifen und den Kindern die verschiedenen Techniken des Erzählens altersgerecht zu vermitteln. Dabei bezieht das Projekt die Mehrsprachigkeit des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien mit ein und bewirkt, dass Kinder sich schnell und auf spielerische Weise mit der deutschen, polnischen, tschechischen und sorbischen Sprache vertraut machen können. Durch das gemeinsame Erlebnis des Sprechens und Erzählens wird die sprachliche Entwicklung gefördert, Neugierde geweckt und Sozialkompetenzen wie Zuhören, Wiedergeben und künstlerischer Ausdruck unterstützt. Jemandem zuzuhören, den man nicht versteht, übt außerdem Geduld und Empathie gegenüber dem Unbekannten. Weiterhin kann das mehrsprachige Erzählen besonders für Kinder mit Migrationshintergrund eine tiefgreifende, motivierende Erfahrung sein, um die eigene Sprachbarriere zu überwinden.

Wie kommt ein Erzähl-Tandem auch in meine Kita?

Im Download-Bereich stehen weitere Informationen zur Durchführung des Projektes in der Kita bereit. Wir freuen uns über eine Anfrage und helfen bei der Vermittlung der Tandems sowie beim Stellen des Förderantrags.

Feedback bisheriger Teilnehmer:innen

„Während einer Erzählstunde war ich besonders überrascht von einem Mädchen meiner Gruppe. Bis dahin zeigte sie sich sehr zurückhaltend und schüchtern, doch als nach einem freiwilligen Darsteller gefragt wurde, der nach vorn kommen und einen Prinzen spielen sollte, meldete sie sich als erste. Ich war unglaublich stolz und glücklich über ihren Mut. Dieses Mädchen sprach bisher kaum Deutsch und ist polnische Muttersprachlerin. Dieses Projekt hat ihr unglaublich geholfen sich weiterzuentwickeln und sich zu trauen Deutsch mit mir zu sprechen.“

(Erzieher*in, DPFA-Regenbogen-Kita/Hort/Grundschule)

Ihre Ansprechpartnerin ist Jule Richter unter info@erzaehlraum.de